Und täglich grüßt das Murmeltier!
Den Bundespräsidenten zu wählen war einfacher – der Bundespräsident hatte am Ende des Abends ein Ergebnis, die Wains nicht…
Es ist schwer zu beschreiben, was sich in der Hildener Ratssitzung am 7. Juli 2010 abgespielt hat: Konnte man zu Beginn noch den Eindruck gewinnen, das bevorstehende Fußball-Halbfinale beflügele die Ratsmitglieder, die zwischen 17:00 und 17:55 Uhr immerhin knapp zwanzig Tagesordnungspunkte bzw. -unterpunkte recht zügig abhandelten und zu den meisten sogar eine Entscheidung fällten, so geriet die Sitzung bei Tagesordungspunkt 6.2 (Gemeinsamer Antrag der FDP-Fraktion und BA zum Bau einer Baseballanlage durch die GkA in der Giesenheide) plötzlich ins Stocken.
Mehr als eine Stunde wurde über den Antrag diskutiert und abgestimmt, der im Vergleich zu bisherigen Anträgen in derselben Sache sowohl finanziell als auch bezüglich des Flächenbedarfs und der Ausstattung sehr bescheiden gehalten ist (ca. 12.000 qm und knapp 160.000 €).
Die Argumente, die ausgetauscht wurden, waren zum Teil bereits bekannt, so bangt die SPD weiterhin um den Verlust einer Gewerbefläche (trotz der im Antrag festgelegten Kündigungsfrist von 9 Monaten), während Herr Bartels von den Grünen schlicht erklärte, die Wains seien in Hilden nicht unterzubringen. Nun, er hatte ja im März 2010 schon die Befürchtung, einige der Ratsmitglieder könnten sich womöglich dazu hinreißen lassen "dauerhaft 'Ja' zu den Hilden Wains" zu sagen…
Dass trotz der deutlich geänderten Ausgangslage von den Gegnern des Antrags dieselben Argumente wie bereits in der Ratssitzung am 17. März 2010 (damals ging es noch um ca. 23.000 qm und knapp 500.000 €) vorgebracht wurden, lässt nur zwei mögliche Schlüsse zu: Der neue Antrag wurde entweder nicht gelesen bzw. verstanden oder aber es geht hier längst nicht mehr um die Sache, sondern vielmehr um ein obskures Prinzip, welches wohl kaum einem der Betroffenen nachvollziehbar vermittelt werden kann.
Nachdem also schon in der Debatte einiges an den Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" erinnerte, hielt sich auch die Überraschung über den abermaligen Antrag auf geheime Abstimmung seitens der SPD in Grenzen – nicht jedoch die Empörung unserer Volksvertreter über diese Maßnahme: Zwei geheime Abstimmungen mussten als ungültig erklärt werden, weil einige Befürworter der Wains es sich nicht nehmen ließen, ihre Stimmen öffentlich abzugeben, dann stellte Herr Dr. Schnatenberg (CDU) schließlich den Antrag, den Tagesordnungspunkt 6.2 auf die nächste Ratssitzung zu vertagen. Diesbezüglich konnten sich die Ratsmitglieder tatsächlich einigen (ob das Fußballspiel da wohl zur Motivation beigetragen hat?), und so sehen wir uns wohl alle im September wieder – und das, obwohl Murmeltiertag doch eigentlich am 2. Februar ist! (08.07.10, 10:25 - sg)
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